Peter und Paul-Lauf 2012

Am 22.06.2012 fand der 14. Peter und Paul-Lauf im Stadion des Dürener TV 1847 statt. Nachdem die Bewohner unserer Internate schon in den letzten Jahren von Geldspenden durch Peter Borsdorfs Initiative, Running for Kids‘ profitieren durften, hat man sich in diesem Jahr dazu entschlossen wieder aktiv am Lauf teilzunehmen.

Mit der Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland und des Rheinischen Blinden- und Sehbehinderten Sportvereins e. V. konnten T-Shirts angeschafft und ‚beflockt‘ werden, um einheitlich auftreten zu können.

Jeder unserer jugendlichen Teilnehmer gab alles, so dass am Ende ein entsprechender Beitrag zum diesjährigen Rekordergebnis des Peter und Paul-Laufes geleistet werden konnte: in drei Stunden liefen über 1400 Läufer eine Strecke von 33.718 Runden. Das entspricht 13.487,2 Kilometer und brachte ein vorläufiges Spendenergebnis von 21.019,17 Euro.

Der Termin für den kommenden Peter und Paul-Lauf konnte schon auf den 21.06.2013 festgelegt werden.

peter paul
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RBV Sommerfest 2012

Am 30.06.2012 fand das jährliche Sommerfest bei strahlendem Sonnenschein in einem Meer von Sonnenblumen im Park in der Roonstraße statt.

Neben den traditionellen Highlights wie dem Glücksrad oder dem Verkauf von Produkten aus den Kreativwerkstätten des RBV, gab es in diesem Jahr die Möglichkeit eines Gesundheits-Checks mit der Messung von BMI (Body-Mass-Index), Blutzuckerspiegel und Blutdruck; der Möglichkeit sich Rastazöpfe in die Haare flechten zu lassen oder sich bei Sport- und Spielangeboten (mit freundlicher Unterstützung durch den Rheinischen Blinden- und Sehbehinderten Sportverein e. V.) auszutoben.

Damit sich auch sehende Menschen einen Eindruck machen können, wie es ist sich ohne Hilfe des Augenlichts zu orientieren, gab es die Möglichkeit im ‚Dunkelcafé Amaurosis‘ verschiedene Obst- und Gemüsesorten durch Tasten und Riechen zu erraten, bei der Verköstigung verschiedener Lebensmittel den Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Geschmack herauszufinden oder sich ‚blind‘ eine Mahlzeit zu bereiten. Ein weiteres Angebot in dieser Richtung war ein sogenanntes Tast- und Riechmemory. Für viele Besucher des Festes eine völlig neue, beeindruckende Erfahrungen.

Für das leibliche Wohl sorgten die Cafeteria des Anna-Schoeller-Hauses, die ‚Frittebud‘ unserer Küchenmannschaft, ein Popcorn-Stand und zu guter Letzt der Getränkepavillion.

Musikalische Beiträge gab es in diesem Jahr von den bekannten Mundart-Bands ‚De Sockeschöss‘ und ‚Kölsch Bloot‘, den Trommelgruppen des Internats und des Blindenheims sowie der Musikgruppe des Blindenheims unter der Leitung von Fr. Hagenau.

Einige Schüler der Theater-AG des Internats gaben eine Vorstellung ihres Theaterstücks ‚Dornröschen‘ im alten Speisesaal.

Wie immer war das Fest für alle Bewohner und Mitarbeiter, Angehörige und Besucher ein voller Erfolg.

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Spende durch den Betriebsrat der RWE aus der RWE-Restcentkasse

Die Restcentkasse der RWE ist eine Spendeneinrichtung, die von der Belegschaft verschiedener RWE Gesellschaften, so auch am Standort Düren, getragen wird. Jeder teilnehmende Mitarbeiter spendet freiwillig monatlich den Centbetrag seines Nettogehaltes, der über die vollen Eurobeträge hinausgeht. Organisiert wird die Aktion vom RWE-Betriebsrat.

In diesem Jahr gehörte unser Internat zu den Einrichtungen der Region, die von einer Spende i. H. v. 500,- EURO profitieren durften.

Am 10.12.2012 kamen der Betriebsratsvorsitzende Herr Ernst Meusch und sein Stellvertreter Herr Harald Ruyters in die Gruppe 6 unseres Internates, um den symbolischen Scheck zu überreichen. Einige Bewohner und Mitarbeiter der Gruppe erwarteten die Gäste bereits mit einer Adventskaffeetafel in der weihnachtlich dekorierten Wohngruppe. Bei Kaffee, Tee und Gebäck entstand schnell ein angeregtes Gespräch, in dem Herr Meusch die Hintergründe der Spendenaktion erläuterte und von Seiten des RBV ein Einblick in die Arbeit in unseren Einrichtungen gegeben wurde.

RWE Spende

Nachdem der Scheck von Frau Gut, der Leiterin des Internats, stellvertretend in Empfang genommen wurde, bekamen Herr Meusch und Herr Ruyters zum Dank von zwei Internatsschülern selbst hergestellte Bilder überreicht. Die Spende soll für die Anschaffung von Therapiematerial verwendet werden.

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Nachlese zur Photoausstellung

Kontraste 2011

Buchpräsentation



Konzert beim RBV 1886 Düren am 03.09.2013


Seit nunmehr zehn Jahren sind die LiveMusicNow e. V. – Konzerte ein fester Bestandteil
der Veranstaltungen beim RBV 1886 Düren.

„Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude!“

LiveMusicNow wurde 1977 von Lord Yehudi Menuhin, dem großen Musiker und Philanthropen, in England gegründet. Seine Idee war, klassische Musik zu Menschen in schwierigen Lebensumständen an besondere Orte zu bringen und gleichzeitig die künstlerische und menschliche Reife der auftretenden jungen Musiker zu fördern.
Das jeweilige Publikum aller Altersstufen in sozialen Einrichtungen und an besonderen Brennpunkten nimmt diese Konzerte dankbar an und erfährt durch die Begegnung mit den jungen angehenden Berufsmusikern Trost, Heilung und Inspiration.
Seit 1992 werden auch in ganz Deutschland von ehrenamtlichen Mitgliedern LMN-Konzerte organisiert.
Für den gemeinnützigen Verein Yehudi Menuhin LMN-Köln e. V. wählt eine Jury der Hochschule für Musik und Tanz Köln in regelmäßig stattfindenden Auditions die Musiker der LMN-Förderung unter den Studenten aus. Das Honorar für ihre Auftritte wird ausschließlich durch Spenden und die von LMN veranstalteten Benefizkonzerte finanziert.

‚Facetten der Liebe‘...

...lautete das Programm, das von den beiden talentierten Musikerinnen Manon Blanc-Delsalle (Mezzosporan) und Elmira Salfullayeva (Klavier) im alten Speisesaal in der Roonstraße vorgestellt wurde – ein Potpourri aus verschiedenen Liebesliedern von u. a. W. A. Mozart, Robert Schumann, Frederick Loewe und Kurt Weill.


Auf charmante Art und Weise führte Manon Blanc-Delsalle (2. v. li.)im gut besuchten alten Speisesaal durch das Programm und durch ihren Gesang in Kombination mit dem hervorragenden Klavierspiel von Elmira Salfullayeva (3. v. li.) wurden so manche Emotionen bei den Zuhörern geweckt.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch an Frau Sybille Schoeller (1. v. li.), die als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei LMN Köln e. V. das Konzert in unserem Haus möglich gemacht hat.

Abgerundet wurde das Konzert von einem wunderbaren Menü für alle Akteure und Zuhörer, das, wie immer, durch das Küchenteam des RBV 1886 Düren organisiert wurde.

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, wenn wir bereit das 11. Mal Gastgeber sein dürfen.


„34 Jahre habe ich als Seelsorger des Bistums Aachen mit den Menschen getrauert und gelacht.
Jetzt gehe ich in den Ruhestand“

Als vor einiger Zeit die Anfrage von Herrn Herbert Greif (Blindenseelsorger des Bistums Aachen in Düren) kam, ob er denn für seine Abschiedsfeier die Räumlichkeiten des RBV 1886 Düren in der Roonstraße nutzen könne, war sehr schnell klar, dass wir ihm dies gerne ermöglichen und übernahmen spontan die Ausrichtung und Organisation.

Verabschiedung Greif Mit rund 150 von Herrn Greif geladenen Gästen fand die Feier dann am 13.06.2013 im alten Speisesaal statt. Es war ein bunter Nachmittag mit Vorführungen der Trommel-AG des RBV-Internats unter der Leitung von Tom Kommer, der Hausband unserer Wohn- und Förderstätte ‚Die Nix-Blicker‘ und vielen weiteren gesungenen oder gereimten Vorträgen.

Wir danken Herrn Greif noch einmal für sein jahrelanges Engagement in unseren Einrichtungen und vor allem für unsere BewohnerInnen und wünschen ihm alles Gute für seinen Unruhestand

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25. Juni 2013

In der Zeit vom 9. – 15.06.2013 waren 11 Studentinnen und Studenten von der ‚Freien Universität Varna‘ in Bulgarien zu Gast in Düren.

Im Rahmen eines ‚Internationalen Praktikums für die Masterstudierenden‘, das regelmäßig durch Herrn Prof. Heinrich Niehaves organisiert wird, waren die Besucher im Berufsförderungswerk Düren untergebracht und besuchten an zwei Tagen Einrichtungen des RBV 1886 Düren.

An ihrem ersten Tag in Düren durfte Frau Charlotte Gut, als Einrichtungsleiterin des RBV-Internats, die Gruppe zur Hospitation begrüßen.

Nach dem Mittagessen stand ein Besuch im Anna-Schoeller-Haus auf dem Plan, zu dem Frau Bettina Johnen die Gruppe durch das Haus und die Anlagen an der Roonstraße führte.

Besuch aus Bulgarien
Am zweiten Tag in den Einrichtungen des RBV wurde die Gruppe von Herrn André Hering durch die Wohn- und Förderstätte geführt.

Die Nachmittage der Besuche wurden dazu genutzt, der Gruppe die Grundlagen unserer Arbeit in den einzelnen Einrichtungen zu erläutern.

Der Rheinische Blindenfürsogeverein 1886 Düren möchte sich herzlich für das Interesse an unseren Einrichtungen und unserer Arbeit bedanken und wir hoffen, die ausgesprochene Einladung zum Gegenbesuch bald wahrnehmen zu können.

The Rheinische Blindenfürsogeverein 1886 Duren бих искал да ви благодаря за интереса към нашите институции и нашата работа и ние се надяваме, че отправи покана за връщане посещение да възприемат най-скоро.


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Sommerfest des RBV 1886 Düren

22. Juni 2013

Am 22.06.2013 fand das Sommerfest des RBV im Park in der Roonstraße statt. Mehrere Anrufe bei den Wettergöttern hatten, glücklicherweise, für gutes Wetter gesorgt.

Neben Ständen mit einem Gesundheits-Check, dem Verkauf von Produkten aus unseren Einrichtungen, Popcorn und Luftballons für ein Wettfliegen, gab es zahlreiche Sportangebote und das obligatorische Glücksrad. Für das leibliche Wohl war mit Getränkestand, Imbiss und Cafeteria, zu sehr zivilen Preisen, ebenfalls gesorgt.

Um 14.00 Uhr startete das Fest in einem Meer aus roten und weißen Luftballons, mit denen der Festplatz liebevoll dekoriert war, gleich mit einem absoluten Höhepunkt, der Trommel-AG des RBV-Internats unter der Leitung von Tom Kommer. Die weitere musikalische Unterhaltung übernahmen dann ‚Kölsch Bloot-Die Band‘ und die ‚Authentics‘ vom Stammhaus Jülich gGmbH. Abgerundet wurden diese Darbietungen von einer spontanen Einlage der Musik-AG aus dem ‚Rheinischen Blindenheim‘.

Der Rheinische Blindenfürsorgeverein 1886 Düren freut sich sehr darüber, dass das Fest so gut angenommen und besucht wurde.

Am Freitag, den 05.07.2013, wird in der Sendung des Ersten Dürener Rundfunkvereins e. V. (zu empfangen auf der Frequenz von Radio Rur) ab 21.04 Uhr über das Sommerfest berichtet – Dr. Hans Zeißig und Sven Merkens im Interview

Die Gewinner des Luftballonwettbewerbs werden ab dem 22.07.2013 hier auf der Homepage bekanntgegeben und schriftlich benachrichtigt.

Folgen Sie bitte dem Link-> Luftballonwettbewerb Gewinner


Politisches

Pressemitteilung

(zur Verfügung gestellt von Der Paritätische im Kreis Düren)

Inklusion beim „Politischen Frühstück“ diskutiert
Zu einem schmackhaften Frühstück in die Kantine der Rurtalwerkstätten hatte der Paritätische am Samstag, den 22.11.2014 eingeladen, um das Thema Inklusion in und um Düren zu diskutieren.
Gekommen waren neben der stellvertretenden Landrätin, Astrid Hohn (Grüne), und der stellvertretenden Bürgermeisterin Liesel Koschorreck (SPD), Politikerinnen und Politiker aus allen Fraktionen.
Sie tauschten sich mit Vertretern des Paritätischen und seiner Mitgliedsorganisationen sowie den Betroffenen, als Menschen mit Behinderung rege über die derzeitige Situation aus.

Wie weit ist die Inklusion in Kindergärten, Schulen und Betrieben vorangeschritten? Oder konkreter bei Veranstaltungen oder im Krankenhaus? Welche Barrieren müssen buchstäblich und sinnbildlich überwunden werden? Und wie können diese abgebaut werden? Inwieweit werden und können die Betroffenen in Entscheidungsprozesse einbezogen?

Mit diesen und vielen anderen Fragen, positiven Ansätzen, aber auch Negativ-Bespielen setzten sich über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auseinander. Zusammenfassend stellte die Runde fest, dass es in Düren schon einige gute Ansätze gebe, aber auf jeden Fall noch mehr Handlungsbedarf bestehe. Darum wurde schnell die Forderung laut: „Lasst uns anfangen etwas zu tun, statt über die Hinderungsgründe nachzudenken.“

Der Paritätische als auch die geladenen Gäste bewerteten das unkomplizierte Aufeinandertreffen zwischen Betroffenen und Politikern als überaus positiv. Es herrschte Einigkeit, dass diese Form der Zusammenkunft schon bald Früchte tragen werde.

Info:
Der Paritätische ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in der BRD. Er ist Dachverband von bundesweit über 10.000 eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Mit seinen 15 Landesverbänden und mehr als 280 Kreisgeschäftsstellen unterstützt der Paritätische die Arbeit seiner Mitglieder. Er repräsentiert und fördert seine Mitgliedsorganisationen in ihrer fachlichen Zielsetzung und ihren rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen. Durch verbandseigene Institutionen trägt er bei zur Erhaltung, Zusammenarbeit und Neugründung von Organisationen und Einrichtungen der Sozialarbeit. Im Kreis Düren betreiben 25 Mitgliedsorganisationen 81 Einrichtungen in allen Bereichen der sozialen Arbeit mit insgesamt 2.500 Beschäftigten. Dabei wirken 600 Ehrenamtliche aktiv mit.
Die Rurtalwerkstätten sind eine Einrichtung der Lebenshilfe Düren und Lebenshilfe HPZ zur Eingliederung von Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben. Ihr Ziel: Jenen eine angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung zu ermöglichen, die aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen oder Besonderheiten zurzeit nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erwerbstätig werden können. Die besondere Herausforderung besteht darin, jeden Beschäftigten zu fördern und zu fordern und gleichzeitig als Dienstleister am Markt zu bestehen. Dies gelingt den Rurtalwerkstätten seit Jahren so gut, dass sie sich als zuverlässiger Partner für Industrie, Kommunen und Privatkunden etabliert haben.


Mittlerweile ist eine Rezension unseres Buches „Man hat mir gesagt, meine Augen waren blau.“ in der Zeitschrift der Aachener Geschichtswerkstatt erschienen:


ZAGV 115/116 (2013/2014) "Man hat mir gesagt, meine Augen waren blau." 125 Jahre Rheinischer Blindenfürsorgeverein 1886 Düren. Hrsg. vom Landschaftsverband Rheinland, LVR­ Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Redaktion Wolfgang Schaffer. Düren 2013- Hahne & Schloemer Verlag, 416 S. m. zahlr. Abb.

Das heutige "Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen" des Rheinischen Blindenfürsorgevereins 1886 Düren, die früher so genannte "Blindenanstalt", blickt auf eine lange und erfolgreiche Tradition in der Blindenfürsorge zurück.

Ihrer gedenkt der Träger, der Landschaftsverband Rheinland, in einer umfangreichen und sehr ansprechend gestalteten Festschrift, deren Redaktion als Fachmann auf diesem Gebiet der Archivar des LVR Wolfgang Schaffer übernommen hat.

Ein gutes Dutzend fachkundiger Autoren, deren Namen hier nicht alle genannt werden können, behandeln eine Fülle von Themen, die in mehreren chronologisch gegliederten Kapiteln, auch zur Namensgeschichte, von der Geschichte des Blindenfürsorgevereins und der rheinisch-preußischen Blindenfürsorge überhaupt über die Vorstellung seiner Dürener Baulichkeiten und medizinischen Darlegungen über die Fortschritte der Ophthalmologie bis zu den Beziehungen des Vereins zu einer Birkesdorfer Karnevalsgesellschaft reichen. Selbst der Stadtgeschichte Dürens bis zur Zerstörung im November 1944 ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Alle Beiträge sind instruktiv mit z.T. seltenen Bildern und Faksimiles illustriert und gut lesbar geschrieben.

Es fällt schwer, aus dieser Vielzahl einzelne Beiträge hervorzuheben, auch wenn das keinesfalls eine Abwertung der übrigen bedeuten würde. Von hohem zeitgeschichtlichem Wert ist der sorgfältig recherchierte Beitrag von Horst Wallraf über die Tätigkeit der Blindenfürsorge im "Dritten Reich", "Blindheit und Brauchbarkeit '", der die rein materialistischen Auffassungen der NS-Ideologie zur Pflege dauerhaft kranker Menschen und zum Umgang mit "lebensunwerten" Mitmenschen thematisiert, bei deren Umsetzung in die Praxis Düren keine Ausnahme bildete.

Über frühere Behandlungsmethoden für Blinde sowie über ihre Perzeption in der Gesellschaft erfahrt man viel in den Beiträgen von Axel Hinrieb Murken und Wolfgang Hagenau, während Friedrich Drewes die preußisch-deutsche Fürsorge-, Sozial- und Behindertenpolitik des 19. Jahrhunderts analysiert. Persönliche Erinnerungen von Friedrich Sehröder an das Anna-Schoeller-Haus, dessen Name an die private Fürsorgeunterstützung durch Dürener Familien erinnert, und ein Abriss der Geschichte der Louis-Braille-Schule des LVR in Düren ergänzen den reichhaltigen Inhalt des Bandes, der durch zahlreiche instruktive Farbabbildungen, z.B. auch früherer Heilverfahren, ergänzt wird.

Der Dürener Blindenfürsorgeverein hat sich mit dieser eindrucksvollen Festschrift ein sehr ansprechendes und verdientes Denkmal gesetzt, das auch über die Stadt und ihre Blindenfürsorge hinaus bei Medizinern, Medizin- und Sozialhistorikern zahlreiche Leser finden sollte.
KLAUS PABST